Happy Birthing

Wassergeburt: Risiken und Vorteile

Geburtsbericht

Wozu Wassergeburt?

Seit 2007 steigt der Wunsch nach Geburt im Wasser deutlich. 

 Untersucht wurden Menschen mit keiner oder mittlerer Risikoschwangerschaft, reife Eilingsgeburten (keine Zwillinge oder Mehrlinge, Geburten nach SSW 37) in Schädellage. Studien aus England, China und den USA.

Kaiserschnittrate: 4%- 10%

Einsatz von Geburtsinstrumenten (KiWi, Geburtszange): ca. 14%

Abbruch der Wassergeburt und Einnahme anderer Schmerzlinderer: ca. 9%

Die Zufriedenheit der Mama

Wie Du weißt, beschäftige ich mich durch meine Arbeit am meisten mit der Zufriedenheit der Mama mit ihrer Geburt. In den Umfragen unter meinen Kursabsolventinnen konnten wir feststellen, dass die Zufriedenheit mit der Geburt nicht von der Stärke des Geburtsschmerzes abhängt undauch nicht vom Modus (vaginale Geburt vs Kaiserschnitt). 

In einer Studie wurde eine Umfrage unter den Frauen während der Geburt gemacht: PDA-Frauen haben die Effekt der Schmerzlinderung als sehr viel höher eingestuft als die Wassergeburt-Frauen. Nach der Geburt haben aber die Wassegeburt-Frauen das Wasser als etwas magisches und sehr effektives eingestuft. Die meisten Frauen haben die Geburt als sehr schön empfunden, Komfort, Intimität, Sicherheit.

Es gab keine Unterschiede in den Studienergebnissen in Bezug auf Dusche oder Badewanne. Beides gleich effektiv.

Verbindung von Selbsthypnose und Wasser wurde in einer Studie als besonders effektiv bewertet.

Im Jahr 2003 führte ein Forscher eine Studie mit 170 Müttern durch, die in den Jahren 1993-1994 in fünf Geburtszentren in England Wassergeburten erlebt hatten. Die Mütter wurden gebeten, an einer schriftlichen Umfrage zu ihren Erfahrungen mit der Wassergeburt teilzunehmen. In ihren Antworten beschrieb die Mehrheit der Menschen ihre Wassergeburt als „ziemlich angenehm“ oder „sehr angenehm und erfüllend“. Die meisten Menschen (81 %) befürworteten in Zukunft eine weitere Wassergeburt. Auf die Frage nach ihren Gefühlen beim Betreten des Beckens verwendeten die Mütter die Worte Entspannung, Linderung, Schmerzlinderung, Wärme, Auftrieb, Kontrolle und Beruhigung. Als Menschen, die zuvor entbunden hatten, gebeten wurden, zu beschreiben, wie sich ihre Wassergeburt von früheren Geburten unterschied, sagten die Mütter, dass sie sich besser unter Kontrolle fühlten und dass die Wassergeburt entspannender und weniger schmerzhaft sei. Weniger Menschen äußerten Abneigungen gegen die Wassergeburt.

Zwei Drittel der Mütter gaben an, dass das Beste an der Wassergeburt sei, dass ihnen niemand ihre Babys direkt nach der Geburt wegnehme.

Wasser und natürliche Geburt

Forscher bezeichnen gewöhnlich die physiologische Eröffnungs- und Austrittsphase als normale vaginale Geburt. Das bedeutet, dass der Geburtsvorgang am Termin von selbst beginnt, mit minimalem oder gar keinem Einsatz von Medikamenten oder medizinischen Verfahren verläuft, und mit einer vaginalen Geburt ohne Komplikationen endet.

Die Kaiserschnittrate bei Wassergeburten beträgt je nach Studie 4%-10%, was im Vergleich zum deutschlandweiten Durchschnitt bei allen Geburten bei 35% liegt. Der Vergleich ist nicht ganz korrekt, weil für Wassergeburten nur reife Einlinge in Schädellage zugelassen werden. Jedoch ist hier festzustellen, dass Wassergeburten öfter vaginal verlaufen.

Episiotomie

Während einer Episiotomie wird am Damm der Mama ein Schnitt mit einer speziellen Schere gemacht. Damit soll die Austrittsphase verkürzt werden und das Baby mehr Platz haben für die Geburt. Dabei entsteht für Mutter eine Verletzung mind. 2.Grades (meisten 3.Grades), während es bei einem Dammriss eine Verletzung des 1.Grades entstehen kann, die besser und schneller heilt. 

In zehn von 12 Studien, die sich mit der Episiotomierate befassten, fanden die Forscher einen Rückgang der Verwendung von Episiotomien bei Menschen mit Wassergeburten im Vergleich zu denen mit Landgeburten. Die Verbindung zwischen der Wassergeburt und einer verringerten Episiotomierate war ziemlich stark, wobei Forscher von einer zweifachen bis 33-fachen Verringerung der Verwendung von Dammschnitten im Wasser berichteten.

Wasser als Schmerzmittel

Warmes Wasser hilft uns bei vielen Situationen, auch sonst im Alltag: Hydrotherapie, Hydroanästhesie. Die Wirkung kann man nicht vergleichen mit einer PDA. Warme Wanne oder Dusche hilft aber bei sogenanntem Wehensturm: wenn Wellen so oft kommen, dass keine Pause dazwischen wahrzunehmen ist (Prostaglandin-Wellen werden gehemmt).

Dammrisse bei Wassergeburten

Hier ist die Studienlage nicht eindeutig. Einige Studien haben nachgewiesen, dass Wasser vor hochgradigen Verletzungen im Vaginalbereich, an der Vulva und am Damm schützt, dafr aber Verletzungen des 1. und 2. Grades häufiger im Wasser statt finden. Andere Studien konnten keine Verbindung zwischen Wassergeburten und Geburten an Land feststellen. 

Vorteile

Vorteile für Babys 

Es konnten keine direkten Vorteile für Babys, die ins Wasser geboren werden, durch Studien belegt werden. Bis auf die Aufnahme in die Neugeborenenstation – diese war in der Gruppe, die im Wasser geboren wurde, weniger wahrscheinlich. Von einer Wassergeburt profitieren wohl Mütter am meisten. Da aber Baby in den ersten Lebensjahren sehr von Mama abhängt, wird es indirekt auch davon profitieren, wenn sie die Geburt als positiv erlebt. 

Vorteile für Mütter

  • deutlich höhere Zufriedenheit mit dem Geburtserlebnis,
  • geringerer Einsatz an an künstlichen Schmerzmitteln,
  • bessere natürliche Schmerzlinderung,
  • geringerer Einsatz von künstl. Oxytocin,
  • kleinere Episiotomierate,
  • kleinerer Prozentsatz % an hohen Graden von vaginalen Verletzungen,
  • seltener Autreten von Hämorrhoiden,
  • kein Kristellergriff

Risiken

Risiken für Babys 

  • Im Jahr 1999 wurden einige Wassergeburten festgehalten , in denen Babys Wasser geschluckt haben, alle konnten reanimiert werden. Nach Jahr 1999 wurden keine solche Fälle mehr festgestellt.
  • höheres Risiko an Nabenschnurrissen* (Vermutung: weil Babys zu schnell herausgeholt werden).

Risiken für Mütter

  • Mehr Verletzungen (Risse, Schürfungen) 1. und 2. Grades, besonders an den Schamlippen,

Die meisten Ängste in Bezug auf Baby´s Geburt ins Wasser sind unbegründet

 

Es konnten keine Unterschiede zwischen Wassegeburten und Geburten an Land für Babys in diesen Untersuchungsgebieten festgestellt werden: Schulterdystokie, Infektionen, Säuglingssterblichkeit, APGAR-Werte, Atemwegbeschwerden. 

*Burnset al. (2012) berichteten von 20 Nabelschnurrissen in einer Studie mit 5.192 Wassergeburten und 3.732 Landgeburten, bei denen Menschen die Wanne vor der Geburt verließen. Achtzehn dieser zwanzig Schnappschüsse ereigneten sich während der Wassergeburt. Leider können wir die Gesamtzahl der Nabelschnurrisse zwischen Wassergeburten und Landgeburten nicht vergleichen, da andere als die von Burns et al. (2012) Studie gibt es keine Studien, die beschreiben, wie oft es zu Nabelschnurrissen an Land kommt.

Links

https://bmcpregnancychildbirth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12884-021-03724-6#:~:text=This%20large%20study%20found%20no,baby%20of%20delivery%20in%20water
https://evidencebasedbirth.com/waterbirth/